WEBVTT

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Die Anpassung an den Klimawandel

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00:00:21.160 --> 00:00:26.000
hat in der Stadt Bad Saulgau
in Baden-Württemberg schon in den 90er Jahren begonnen.

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00:00:26.000 --> 00:00:28.680
Seitdem arbeitet die Stadt stetig daran,

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00:00:28.680 --> 00:00:33.440
ein flächendeckendes Mosaik
aus artenreichen Grünflächen aufzubauen,

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00:00:33.440 --> 00:00:38.600
um dem Artensterben im Zuge 
des Klimawandels entgegenzuwirken.

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00:00:41.000 --> 00:00:42.960
Wir kommen eigentlich auch aus der Wissenschaft,

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00:00:42.960 --> 00:00:47.880
und damals hat die Wissenschaft schon die Richtung vorgegeben.

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00:00:47.880 --> 00:00:52.240
Es war ganz klar: Thema 
Klimawandel und Insektensterben, Artensterben.

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00:00:52.240 --> 00:00:55.200
Also wir dachten, wir müssen da was tun

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00:00:55.200 --> 00:00:59.560
und haben dann sukzessive ein großes Biodiversitätkonzept entwickelt,

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00:00:59.560 --> 00:01:02.160
das sich jetzt auf fünf Säulen aufbaut.

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00:01:02.160 --> 00:01:07.280
Wir dachten wir brauchen was anschauliches
und haben acht Naturlehrpfade geschaffen.

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00:01:07.280 --> 00:01:08.480
Das ist die erste Säule.

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00:01:08.480 --> 00:01:10.560
Die zweite Säule sind unsere Gewässer.

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00:01:10.560 --> 00:01:13.960
Wir haben über 50 Kilometer Fließgewässer im Gemeindegebiet.

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00:01:13.960 --> 00:01:16.680
Die haben wir teilweise renaturiert.

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00:01:16.680 --> 00:01:20.000
Die dritte Säule sind dann großflächige Anlagen,

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00:01:20.000 --> 00:01:25.320
die wir teilweise über die Flurbereinigung
haben erwerben können, also vielstrukturierte Anlagen.

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00:01:25.320 --> 00:01:30.280
Dann die vierte Säule war dann die
Umgestaltung des Grüns im Siedlungsraum.

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00:01:30.280 --> 00:01:35.080
Und die fünfte Säule - die neue Säule, 
ist jetzt unsere Natur Themen Park

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00:01:35.080 --> 00:01:40.600
wo wir alles auf einer Fläche von 60 Hektar zusammengefasst haben.

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00:01:50.720 --> 00:01:55.920
Für die pädagogische Arbeit mit Kindern
haben wir die Tiersilouhetten angeschafft...

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00:01:55.920 --> 00:01:59.880
... wenn sie hier einfach mal blind tasten.

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00:01:59.880 --> 00:02:01.960
Das könnte ein Biber sein!

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Das ist der Waschbär, das Nutria und hier ist der Biber!

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00:02:09.000 --> 00:02:11.040
Die Ausdauer macht sich bezahlt.

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00:02:11.040 --> 00:02:16.080
Mittlerweile hat die Stadt weit mehr als
100 Hektar in artenreiches Grün umgewandelt

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00:02:16.080 --> 00:02:18.960
und das sowohl auf öffentlichen Grünflächen

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00:02:18.960 --> 00:02:22.720
als auch auf Verkehrsinseln
und in Hochbeeten am Wegesrand.

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00:02:22.920 --> 00:02:25.480
Wir mussten zwangsläufig neue Wege gehen.

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00:02:25.480 --> 00:02:27.840
Das haben wir zum einen dadurch geschafft,

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00:02:27.840 --> 00:02:32.720
indem wir die Zierrasen reduziert haben
und in Blühwiesen umgewandelt haben.

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00:02:32.720 --> 00:02:36.120
Die Zierrasen wurden früher 20 bis 24 Mal im Jahr gemäht,

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00:02:36.120 --> 00:02:38.240
jetzt nur noch zweimal.

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00:02:41.640 --> 00:02:45.720
Dann haben wir den Wechselflor,
der ökologisch oftmals fragwürdig ist,

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00:02:45.720 --> 00:02:50.880
komplett aus dem Stadtbild verbannt
und haben diese Flächen mit Staudenbepflanzung versehen.

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00:02:50.880 --> 00:02:55.360
Und so konnten wir den gesamten Aufwand erheblich reduzieren.

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00:02:57.760 --> 00:03:03.480
Wir verwenden bei uns im Stadtgrün keinerlei Mineraldünger,
haben diese Kosten komplett eingespart.

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Wir verwenden keine Pestizide
und verwenden keinen Torf mehr.

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00:03:07.240 --> 00:03:11.760
Und das bedeutet auch, dass sich die
Ökologie mit der Ökonomie nicht ausschließen.

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00:03:13.000 --> 00:03:19.640
Ein sorgfältig durchdachtes Pflanzkonzept
reagiert auf die zu erwartende Hitze- und Trockenheitsbelastung

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00:03:19.640 --> 00:03:24.040
und testet unterschiedliche Stauden- und Baumarten.

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00:03:24.040 --> 00:03:28.560
Das so entstandene Wissen und ihre Erfahrungen
teilt die städtische Grünflächenverwaltung

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00:03:28.560 --> 00:03:31.680
mit den Bürgerinnen und Bürgern:

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00:03:31.680 --> 00:03:36.240
Mit umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit,
einer kostenlosen Gartenfibel

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00:03:36.240 --> 00:03:40.560
und der Möglichkeit, Patenschaften
für Pflanzbeete zu übernehmen,

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00:03:40.560 --> 00:03:43.480
bezieht Bad Saulgau die Menschen aktiv ein

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00:03:43.480 --> 00:03:48.000
und motiviert sie dazu, sich den Artenreichtum
auch in den eigenen Garten zu holen.

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00:03:48.560 --> 00:03:53.240
Dadurch verbessern sich das Klima
und die Biodiversität in der Stadt immer weiter.

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00:03:53.840 --> 00:03:57.480
Und man muss das auch so sehen,
dass dieses gesamte Konzept,

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00:03:57.480 --> 00:04:00.480
das sind nicht nur einzelne Inselsituationen,

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00:04:00.480 --> 00:04:02.760
sondern es zieht sich durch die gesamte Stadt,

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00:04:02.760 --> 00:04:08.320
durch alle Wohngebiete, durch alle Randgebiete
und durch alle Umlandgemeinden.

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00:04:08.320 --> 00:04:12.400
Und das ist unser Vorteil oder unser Plus, was wir hier haben.

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00:04:13.240 --> 00:04:19.040
Und in Sachen Insektenvielfalt
kann man ja auf relativ geringem Raum viel erreichen.

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00:04:19.040 --> 00:04:22.200
Das ist beim Klimawandel
natürlich ein bisschen schwieriger,

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00:04:22.200 --> 00:04:24.840
aber bei den Insekten kann man das machen.

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00:04:24.840 --> 00:04:30.400
Wir haben das bewiesen, weil auch die
Uni Hohenheim bei uns mit im Boot ist, das Zoologie Institut.

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Wir haben verschiedene Bachelorarbeiten
schon abgeschlossen, mit dem Ergebnis,

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00:04:35.400 --> 00:04:39.480
dass die Insektenvielfalt bei uns enorm zugenommen hat.

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00:04:39.480 --> 00:04:44.080
Also wir auch als relativ kleine Stadt
können hier einen großen Beitrag leisten.

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00:04:44.640 --> 00:04:48.080
Das Zusammenspiel der Maßnahmen zeigt großen Erfolg.

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00:04:48.080 --> 00:04:52.680
Der Artenreichtum ist heute ein gelebtes
und geliebtes Merkmal der Stadt.

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00:04:52.680 --> 00:04:55.320
Dass große Strahlkraft entfaltet hat.

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Es zeigt, wie das Zusammenspiel kleiner
Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel

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00:05:00.440 --> 00:05:03.640
ein wirkungsvolles Gesamtbild in der Stadt ergibt.

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00:05:03.640 --> 00:05:09.320
Mut und Ausdauer, Forschung und Erkenntnisgewinn
sind hier der Schlüssel zum Erfolg.

